Der Herr hat mir
Brüder gegeben
(Franziskus)
 


 

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Bruder
Markus Kerschbaumer

Kapuziner werden
auf den Spuren
des heiligen Bruders Franziskus
Tel. 0473/237688 oder 0471908254

Bernhard Frei
bernhard.frei@kapuziner.org

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  
 Spurensuche

1 Ein Weltorden mit 10.800 Mitgliedern

Die Kapuziner waren immer ein offener Orden.
Nach innen wie Mönche, nach außen wie Missionare.

Auch heute: der Besuch eines Klosters und die Bekanntschaft mit den Brüdern wird Sie überzeugen.

Innerhalb weniger Jahrzehnte um 1600 haben sich die Kapuziner im deutschsprachigen Gebiet verbreitet. Innerhalb weniger Jahrzehnte werden sie sich auf die neue globale Situation einstellen und sich in Europa seltener, aber mit neuer Kraft beweisen.
Weltweit hat der Orden seit langem um die 10.800 Mitglieder.  Bei uns in Europa schrumpft  der Ordensnachwuchs.

Aber es zeichnen sich neue Schwerpunkte ab – und neue Versuche, Kapuziner zu sein. Augenblicklich gibt es im deutschsprachigen Raum ca. 35 junge Brüder, die noch in Ausbildung sind. 35 junge Männer, die in einem  Kapuzinerkloster und in unseren deutschsprachigen Provinzen Heimat finden möchten.  Auch bei den Kapuzinern in Südtirol regt sich neues Leben. Es beginnt mit der Besinnung auf die Situation. Ein Gleichnis kann das deutlich machen  -  lies in der Spalte rechts!

2.  Spurensuche der Kapuziner in Südtirol  

Auch die Kapuziner in Südtirol haben sich auch auf Spurensuche begeben. Sie haben Wichtiges verloren, haben Ordensnachwuchs eingebüßt. Ihre Präsenz in Europa ist in Gefahr geraten. Und Not macht erfinderisch.


"Spurensuche" nennt sich  nun das Angebot für eine Gruppe von Männern,  die nach der Spur ihres eigenen Lebens suchen und dabei offen sind für den Weg in und mit einer Ordensgemeinschaft.
  In der Schweiz hat man schon seit längerem die ersten Schritte getan und Erfahrungen gesammelt. Auch unsere Kapuzinerprovinz Südtirol hat sich angeschlossen und hat sich auf den Weg gemacht, auf Spurensuche.

Die Spuren suchenden jungen Männer treffen sich viermal pro Jahr zu einem Wochenende  im Kapuzinerkloster Neumarkt.

Klärung der Berufung:  bei der Gruppe "Spurensuche" kannst Du jederzeit einsteigen. Du wirst dort interessante Männer aus verschiedenen Lebenskreisen und Berufen kennen lernen.  Sie sind mit der Frage unterwegs, ob Kapuziner werden eine mögliche Perspektive für ihr Leben ist.   Die Spurensuch-Tage haben das Ziel, ordensinteressierte Männer auf ihrer Spurensuche zu begleiten.  Wir erzählen von Franziskus und warum und wie wir als Kapuziner versuchen, sein Ideal zu leben.
Die regelmäßige Standortbestimmung im Gespräch soll Dir helfen, Deine eigene Lebensspur zu entdecken und die nächsten Schritte zu planen.



                             
                                   Abraham, zieh fort aus deinem Vaterhaus ...

 

3.  Sich kennen lernen

"Der Hubert geht jetzt mit der Anna" - so sagt man in Südtirol, wenn man eine Freundschaft zwischen jungen Menschen ausdrückt, die auf Ehe hin unterwegs sind.
Sie haben sich kennen gelernt, sie haben gemeinsam  viele Dinge erlebt, in vielen lustigen und ernsten Lebenssituationen konnten sie sich tiefer kennen lernen. Nun sind sie unterwegs auf ein gemeinsames Lebensziel hin. Es braucht aber noch einen Entschluss zum gemeinsamen Weg. Wenn es eine kirchliche Trauung ist, wird dieser Entschluss vor Gott und der Gemeinde feierlich besiegelt. Er geht jetzt mit den Kapuzinern, könnte es für einen suchenden jungen Mann heißen, der am Ordensleben interessiert ist. Er lässt sich auf einen Weg ein, er lernt die Brüder in einer Gemeinschaft kennen, er sucht und  -  er betet. Er möchte Klarheit bezüglich seiner Berufung haben. Bin ich geeignet - die erste Frage. Kann ich vom Willen her ernsthaft ja sagen, weil ich soweit das Ordensleben kennen gelernt habe - das ist die zweite Frage. Es geht nicht um ein Gefühl, sondern vielmehr um einen Entschluss. In den einzelnen Ordensprovinzen gibt es spezielle Angebote für Interessenten am Kapuzinerleben. Dort treffen sich  Gleichgesinnte und werden speziell begleitet. Das kann Dir helfen, dass Du über Deine Berufung und Eignung mehr ins Klare kommst.
Für Südtirol:
Spurensuche Neumarkt

4.   Die eigene Berufung erahnen

Am Anfang einer Berufung steht das Suchen, die Unruhe, ein Traum vielleicht . Du fühlst dich hingezogen zum Göttlichen. Du interessierst Dich für die spirituelle Dimension des Lebens. Ohne es genauer bestimmen zu können, suchst Du nach etwas, was Dich  tiefer erfüllt. Vgl. nochmals das Gleichnis vom Bauern und vom Ochsen - nebenan. Was Du jetzt an Spuren, Kontakten und Werten findest, wird plötzlich begehrenswert: Ein Leben in Solidarität und ohne Besitz; ein Leben in Offenheit und ohne Fixierung auf den eigenen Willen; ein Leben in einer erfüllenden Liebe zu Gott und ohne fixe Bindung an einen bestimmten Menschen. Eine solche Sehnsucht wächst auf dem Boden der Religion. Die Entscheidung schließlich, als Kapuziner leben zu wollen, lässt sich nur vom Glauben her begründen.     
 
     

5. … eines Tages wurde ich Kapuziner

Warum? Wie? Wann ist der erste Gedanke gekommen, wie ist der Entschluss gereift? Jeder Kapuziner hat da seinen eigenen Weg eingeschlagen - so wie jeder Mensch ständig auf dem Weg ist.  "Der Weg ist das Ziel" sagt sich, wer nach Santiago de Compostela wallfahrtet, ans Ende der Welt. Vielleicht möchtest Du Dich an einem Beispiel messen. Du solltest mit einem Kapuziner  ins Gespräch über seinen Weg kommen.

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Der Bauer und
sein Ochse –
ein Gleichnis

  1.  Der Bauer verliert
                seinen Ochsen.

So beginnt eine berühmte  Meditationsreihe im japanischen Buddhismus.
Auf den Reisfeldern braucht der Bauer  den Ochsen, er ist lebens-notwendig für seine Familie. Der Bauer rennt jetzt aufgeregt umher, in den Stall, auf den Weg, zum Nachbarn hin.
 
Er weiß nicht einmal,
was geschehen ist. Vielleicht hat ihn die Frau ausgeliehen, vielleicht ist der Ochse gestohlen worden, vielleicht ist er gar verendet. Er verpufft alle seine Kraft beim Suchen, aber ziellos, sinnlos, ergebnislos.
Frage: Wie viele (junge) Leute dieser Art kennst Du?

2.  Der Bauer findet die Spur des Ochsen.

Endlich! Er konzentriert nun seine Suche auf die Spur, er gewinnt Ruhe und bündelt seine Kräfte. Er weiß noch nicht, ob es die richtige Spur ist. Aber er sucht voller Hoffnung in eine Richtung hin.  
Frage: Gehörst auch Du zu  dieser Kategorie der spuren- suchenden Menschen?

   3.  Der Bauer sieht den Ochsen von weitem

und hat jetzt klar ein Ziel vor Augen. Alle Unruhe und Hast fallen von ihm ab. Er macht sich auf den Weg und wird sein Ziel erreichen, für seine Familie ist wieder gesorgt.  
Frage: Vielleicht hast Du auch schon Dein Ziel erkannt, gesehen?

   4.  Der Bauer kämpft mit dem Ochsen und fängt ihn ein.

Der Ochse hat Freiheit genossen und muss erst gezähmt werden. Ein schwieriges, gefahrvolles Unternehmen.        
Frage: Bist Du auch schon dabei, das Wilde zu zähmen? Entschlossen und konsequent? Noch nicht gezähmt, aber voll dabei?

   5.  Der Bauer reitet auf dem Ochsen nach Hause und spielt die Flöte.

Es ist geschafft – für den Augenblick wenigstens. Ein Fest, herrlich. Aber jetzt beginnt auch wieder der Alltag. Das Erlebnis „Verlieren, Suchen und Finden“  wird den Bauern prägen, aber auch den Ochsen. Geprüft, gehärtet, erfahren: das Geschenk der Krise.