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          Oase der Stille -
                    wir über uns!

Das Leben der Kapuziner ist seit je her geprägt von 3 wesentlichen Elementen, die uns auch heute noch wichtig sind und nach denen wir leben:

  • Brüderlichkeit

  • Gebet 

  • frohe Armut

In unserem Kloster, das wir liebevoll "Oase der Stille" nennen, leben vier Brüder und eine Schwester. Kleine Gemeinschaften waren immer wichtig und werden es auch in Zukunft sein.

Die nachfolgenden "Lebensbilder" von uns entstanden aus Sicht und Empfinden eines Gastes, der einen Monat lang bei uns weilte.


Br. Gilbert, unser Senior

Bruder Gilbert Hochwieser 
gehört seit 1940 dem Orden an (unterbrochen durch den Einzug zur deutschen Wehrmacht im November 1943 mit anschließender Gefangenschaft bis September 1945). Er studierte Philosophie und Theologie in Bruneck und wurde am 29. Juni 1949 zum Priester geweiht. Es schlossen sich dann 6 Jahre als Aushilfspater in den Klöstern in Bruneck, Lana und Klausen an, bevor er 1955 als Kaplan in der Lungenheilanstalt mit dazugehörigem Krankenhaus in Brixen eingesetzt wurde (bis 1961). Danach war er 24 Jahre Guardian (Hausoberer) in verschiedenen Klöstern unserer Provinz, bis er im September 1985 hier in unser Kloster nach Neumarkt kam und diesem 10 Jahre als Hausoberer vorstand. Mit seinen 80 Jahren ist er inzwischen unser Senior im Haus. In seiner Treue und Verbundenheit erledigt er gewissenhaft verschiedene Arbeiten in Sakristei und Kirche sowie an der Klosterpforte. Außerdem versieht er den Dienst des Kaplans im naheliegenden Altersheim.
"Nur die Ruhe kann es machen!" ist sein Lebensmotto.

 

Bruder Bernhard Frei  
war noch nicht 16 Jahre alt, als er 1957 unserem Orden beigetreten ist. Er absolvierte sein Noviziat im Kloster Klausen, bevor er 1960 mit dem Studium der Philosophie und Theologie in Brixen begann. Am 29. Juni 1965 ist er dann zum Priester geweiht worden. Danach lebte und studierte er 5 Jahre in Deutschland an der theologischen Fakultät in Trier (Liturgie und Pastoraltheologie). Die Wochenenden arbeitete er als Seelsorger in der Pfarrei und in einem Müttererholungsheim. Dieses Leben außerhalb der Klostermauern, die Begegnung mit anderen Religionsformen (Islam) und die 68er Bewegung, haben sein Leben nachhaltig beeinflusst. Er sagt heute rückblickend: "Es hat meinen Blick weit, mein Bewusstsein offen für andere Lebensformen und meinen Glauben an Gott tiefer gemacht."


Herr, lass mich unter deinen Dienern sein
als einen, der an dich erinnert (Primizbildchen)

In den Jahren 1970 bis 1985 hat er dann die Pfarrei St. Gertraud, Süd-Bozen (Haslach) mit 2 weiteren Brüdern und Schwester Luise Weidacher, als Seelsorgehelferin, geleitet. Dieses kleine Team hat dort "Aufbauarbeit" durch gemeinschaftsfördernde Initiativen (Arbeitskreis für Umweltschutz, Arbeitskreis für soziale Dienste, verschiedene Kinder- und Jugendgruppen, Kirchenchor und Liturgie, Bau des Pfarrzentrums als Stätte der Begegnung usw.) geleistet. "Es war eine wunderschöne Zeit, in der wir viel zum Wohle der Gemeinschaft bewegt haben." sagt er heute lächelnd. Es folgten 16 Jahre Missionsarbeit -ähnlich wie Franz von Assisi, 600 Jahre zuvor-, in denen er gemeinsam mit mehreren Mitbrüdern und Schwester Luise über 200 Pfarreien in Südtirol, Bayern und Österreich besucht hat; sowie 4 Monate in missionarischer Seelsorge im Süden von Brasilien. In Brasilien besuchte er gemeinsam mit Schwester Luise über 900 deutschstämmige Familien (meist wohlhabend, aber in sozialem Umbruch lebend). Es war der Kontrast zwischen dem unendlich wirkenden Urwald, dem Leben der ausgewanderten Deutschen inmitten der Indios, und der lebendigen Ausdrucksform des Wortes Gottes in den Kirchen, die die Arbeit dort prägte und für ihn eine wertvolle Erfahrung war.

Es war die Überzeugung für das Projekt "Oase der Stille", die ihn im November 1996 ins Kloster Neumarkt zog. Damals stand das Kloster in Neumarkt kurz vor der Auflösung, es lebten hier nur mehr 3 alte Brüder. Ziel war und ist es, die Erfahrungen aus der Missionszeit, die vor allem durch die persönliche Begegnung mit Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten, ganz individuellen Sorgen und Nöten, gekennzeichnet war, ins Klosterleben einzubringen und fortzusetzen. Die Freude am Glauben vorlebend, dabei in sich selbst ruhend, aber gleichzeitig mit dem Bestreben, diese Liebe zu Gott den Menschen zugänglich, ja  spürbar zu machen, durch Öffnung und Begeisterung ihrer selbst für den Glauben, ist ihm das wichtigste Anliegen. Er ist Postulats- und Junioratsleiter in unserer Provinz. In seiner Freizeit beschäftigt sich Bruder Bernhard gerne mit Ikonenmalerei, den Lehren des Zen-Buddhismus und wandert gerne in der herrlichen Südtiroler Natur.

 

 

 

       

  
Bruder  Peter

 

neumarkt@kapuziner.org