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Kapuziner Neumarkt seit 1617


Begründer und Hauptförderer der Niederlassung war der
aus Neumarkt gebürtige Kapuziner
 P. Angelus Pichler.
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Gegen den Willen seiner angesehenen und wohlhabenden Familie wollte er Kapuziner werden. Da es in den deutschen Nachbargebieten damals noch keine Kapuziner gab, floh er 1596 heimlich nach Verona, um dort ins Noviziat einzutreten.
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Er war maßgeblich am Aufbau der großen Tirolerischen und Bayerischen sowie der Böhmischen Kapuzinerprovinz beteiligt.
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An verschiedenen Orten leitete er den Klosterbau: Budweis, Prag, Dinkelsbühl, Donauwörth. Als Guardian/Hausoberer in Augsburg und Bozen festigte er das Kapuzinerleben in diesen Neugründungen.

Es gab damals genaue Vorgaben für solche Vorhaben, doch hatte P. Angelus ein besonderes Talent und ein ausgesprochenes Gefühl für eine einfache, doch praktische und geradezu intime Bauweise. Er legte größten Wert auf Bescheidenheit und auf Stille. So wirkt das Kloster Neumarkt wie "ein kleines Nest" - nach dem Urteil unserer Gäste. Beim Klosterbau in Neumarkt wurde P. Angelus Pichler ganz besonders von seinem eigenen Vater und nach dessen Tod vom Bruder Matthias unterstützt. Diese spendeten den Baugrund für Kirche, Kloster und Garten.


Niemals besaßen die Kapuziner Liegenschaften oder Eigentum außerhalb ihrer Klostermauern, und sie lebten von den  Erzeugnissen ihres Gartens. Aus Armutsgründen lehnten die Kapuziner eine Schenkung des Grundes ab - und so wurde er ihnen nach ihrem Willen lediglich zur Nutzung überlassen, solange sie in Neumarkt bleiben. Wenn sie einmal weggehen, steht der Grund wieder den Erben der Familie Pichler zu. Auch das Volk von Neumarkt und Umgebung beteiligte sich durch verschiedene Beiträge am Klosterbau.

            

                Gemeinsames Chorbuch (bis 1955)            Franziskus und Bettler (Pforte)
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1617:  Grundsteinlegung für Kirche und Kloster.
Der Baugrund wird von Vater und Bruder des P. Angelus Pichler von Neumarkt geschenkt, "solange die Brüder am Ort bleiben". 
 
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Am 8. Mai 1621 Kirchweihe durch den Trienter Weihbischof Petrus Belli.
 
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1632:  Schenkung und Ausbau des Kirchleins in Gschnon durch die wohlhabenden Brüder Christof und Andreas Obermayr aus Neumarkt. 
30 Jahre später Ausbau des Hospizes Gschnon für den Aufenthalt in den Sommermonaten.
 
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1809:  In den Wirren der Franzosenkriege wurde das Kloster aufgehoben - doch dauerte dies nur fünf Jahre.
 
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Beim Durchzug der Franzosen durch das Etschtal gegen Norden wurde auch das Kloster in Mitleidenschaft gezogen, z.B. das schöne Bild im Refektorium zerschnitten.
Trotz dieser Wirren konnte das Kloster gerade in jenen Jahren so hergerichtet werden, wie es heute noch steht.
 
bullet1814:  Das Kloster konnte wieder bezogen werden.
Erneut lehnten die Kapuziner die Schenkung des Gartens ab, sie nahmen ihn lediglich zur Nutzung an. Beim Wegziehen der Brüder sollte der Garten wieder den Erben der Familie Pichler zufallen.

 
        Kirche und Kloster Neumarkt                                                   Refektorium - Speisesaal

Die Kirche ist den heiligen 15 Nothelfern geweiht; der klassischen Zahl der 14 Nothelfer wird Franziskus hinzugezählt. In der Seitenkapelle befindet sich das hochverehrte Gnadenbild der Mutter Gottes, ein Meisterwerk aus Böhmen aus der Zeit vor 1600.

Seit der Gründung bis in die Gegenwart wohnten meist sechs Priesterbrüder ("Patres") und vier Laienbrüder im Kloster. Hauptaufgabe der "Pater" waren die Predigt- und Beichtaushilfen in den umliegenden Pfarreien. Während in Neumarkt selbst und in Tramin bis in die Konzilszeit (1962-65) Kapuziner an jedem Sonntag die (Haupt-)Predigt hielten, wechselten sie sich in den anderen Ortschaften vierzehntägig ab.

Durch die veränderte Seelsorgesituation verlor das Kloster an Bedeutung. Die Ordensleitung dachte 1992 und 1995 an die Schließung der Niederlassung in Neumarkt - mehrere Projekte wurden damals besprochen, aber auch wieder verworfen.

Im November 1996 erhielt die kleine Hausgemeinschaft von Brüdern, der auch Sr. Luise Weidacher von den Barmherzigen Schwestern (Vinzentinerinnen) Meran/Gratsch angehört, überraschenderweise einen ganz neuen Auftrag:
Oase der Stille, Ort der Einkehr und Gastfreundschaft

Besinnung, Begegnung, Begleitung Öffnung für Gäste, Kloster auf Zeit
So finden jetzt Männer und Frauen, die für einige Zeit mit uns leben, beten und arbeiten wollen, willkommene Aufnahme. Aus unserem Freundeskreis heraus hat sich ein "Klosterbeirat OASE der Stille" gebildet, um das Profil herauszuarbeiten sowie das Projekt zu begleiten. 
Die kurze Erfahrung dieser wenigen Jahre hat gezeigt, dass viele Menschen dankbar eine solche religiöse Chance nützen.