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Begründer und Hauptförderer der Niederlassung war
der aus Neumarkt gebürtige Kapuziner P. Angelus Pichler.
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Gegen den Willen seiner angesehenen und wohlhabenden Familie
wollte er Kapuziner werden. Da es in den deutschen Nachbargebieten
damals noch keine Kapuziner gab, floh er 1596 heimlich nach
Verona, um dort ins Noviziat einzutreten.
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Er war maßgeblich am Aufbau der großen Tirolerischen und
Bayerischen sowie der Böhmischen Kapuzinerprovinz beteiligt.
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An verschiedenen Orten leitete er den Klosterbau: Budweis, Prag,
Dinkelsbühl, Donauwörth. Als Guardian/Hausoberer in Augsburg und
Bozen festigte er das Kapuzinerleben in diesen Neugründungen.
Es gab damals genaue Vorgaben für solche Vorhaben, doch hatte P.
Angelus ein besonderes Talent und ein ausgesprochenes Gefühl für
eine einfache, doch praktische und geradezu intime Bauweise. Er legte
größten Wert auf Bescheidenheit und auf Stille. So wirkt das Kloster
Neumarkt wie "ein kleines Nest" - nach dem Urteil unserer
Gäste. Beim Klosterbau in Neumarkt wurde P. Angelus Pichler ganz besonders
von seinem eigenen Vater und nach dessen Tod vom Bruder Matthias
unterstützt. Diese spendeten den Baugrund für Kirche, Kloster und
Garten.
Niemals besaßen die Kapuziner Liegenschaften oder Eigentum außerhalb
ihrer Klostermauern, und sie lebten von den Erzeugnissen ihres
Gartens. Aus Armutsgründen lehnten die Kapuziner eine Schenkung des
Grundes ab - und so wurde er ihnen nach ihrem Willen lediglich zur
Nutzung überlassen, solange sie in Neumarkt bleiben. Wenn sie einmal
weggehen, steht der Grund wieder den Erben der Familie Pichler zu.
Auch das Volk von Neumarkt und Umgebung beteiligte sich durch
verschiedene Beiträge am Klosterbau.
Gemeinsames Chorbuch (bis 1955)
Franziskus und Bettler (Pforte)
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1617: Grundsteinlegung für Kirche und Kloster.
Der Baugrund wird von Vater und Bruder des P. Angelus Pichler
von Neumarkt geschenkt, "solange die Brüder am Ort bleiben".
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Am 8. Mai 1621 Kirchweihe durch den Trienter Weihbischof Petrus
Belli.
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1632: Schenkung und Ausbau des Kirchleins in Gschnon durch
die wohlhabenden Brüder Christof und Andreas Obermayr aus
Neumarkt.
30 Jahre später Ausbau des Hospizes Gschnon
für den Aufenthalt
in den Sommermonaten.
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1809: In den Wirren der Franzosenkriege wurde das Kloster
aufgehoben - doch dauerte dies nur fünf Jahre.
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Beim Durchzug der Franzosen durch das Etschtal gegen Norden
wurde auch das Kloster in Mitleidenschaft gezogen, z.B. das
schöne Bild im Refektorium zerschnitten.
Trotz dieser Wirren konnte das Kloster gerade in jenen Jahren so
hergerichtet werden, wie es heute noch steht.
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 | 1814: Das Kloster konnte wieder bezogen werden.
Erneut lehnten die Kapuziner die Schenkung des Gartens ab, sie
nahmen ihn lediglich zur Nutzung an. Beim Wegziehen der Brüder
sollte der Garten wieder den Erben der Familie Pichler zufallen. |

Kirche und Kloster Neumarkt
Refektorium - Speisesaal
Die Kirche ist den heiligen 15 Nothelfern geweiht; der
klassischen Zahl der 14 Nothelfer wird Franziskus hinzugezählt. In
der Seitenkapelle befindet sich das hochverehrte Gnadenbild der
Mutter Gottes, ein Meisterwerk aus Böhmen aus der Zeit vor 1600.
Seit der Gründung bis in die Gegenwart wohnten meist sechs
Priesterbrüder ("Patres") und vier Laienbrüder im
Kloster. Hauptaufgabe der "Pater" waren die Predigt- und
Beichtaushilfen in den umliegenden Pfarreien. Während in Neumarkt
selbst und in Tramin bis in die Konzilszeit (1962-65) Kapuziner an
jedem Sonntag die (Haupt-)Predigt hielten, wechselten sie sich in
den anderen Ortschaften vierzehntägig ab.
Durch die veränderte Seelsorgesituation verlor das Kloster an
Bedeutung. Die Ordensleitung dachte 1992 und 1995 an die Schließung
der Niederlassung in Neumarkt - mehrere Projekte wurden damals
besprochen, aber auch wieder verworfen.
Im November 1996 erhielt die kleine Hausgemeinschaft von Brüdern,
der auch Sr. Luise Weidacher von den Barmherzigen Schwestern
(Vinzentinerinnen) Meran/Gratsch angehört, überraschenderweise
einen ganz neuen Auftrag: Oase der Stille, Ort der Einkehr und Gastfreundschaft
Besinnung, Begegnung, Begleitung Öffnung für Gäste, Kloster auf Zeit
So finden jetzt Männer und Frauen, die für einige Zeit mit uns
leben, beten und arbeiten wollen, willkommene Aufnahme. Aus unserem
Freundeskreis heraus hat sich ein "Klosterbeirat OASE der
Stille" gebildet, um das Profil herauszuarbeiten sowie das
Projekt zu begleiten.
Die kurze Erfahrung dieser wenigen Jahre hat gezeigt, dass viele
Menschen dankbar eine solche religiöse Chance nützen.
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