Kapuzinerkirche Neumarkt:

Wallfahrt Maria Königin   •   14 NothelferInnen   •   Franziskus und Antonius   •   Josef Freinademetz
Bozenerstr. 2
I - 39044 Neumarkt
Tel. +39 0471 812214
neumarkt@kapuziner.org


 

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14 Nothelfer mit ihren Attributen in einer Wolke, darunter eine kniende Frau mit ihrem Kind, in der Ulrichskapelle nahe Ruswil bei Luzern in der Schweiz
14 Nothelfer mit ihren Attributen in einer Wolke, darunter eine kniende Frau mit ihrem Kind, in der Ulrichskapelle nahe
Ruswil bei Luzern in der Schweiz 

 


Pantaleon mit Salben

 



Die heiligen 14 Nothelfer /-innen

 

 

1621 wurde in Neumarkt die Kapuzinerkirche zu den "15 Nothelfern" geweiht. Den Nothelfern beigestellt sind die hl. Franziskus, Antonius und Josef Freinademetz sowie über allem die Himmelsmutter Maria. Mit dem Gnadenbild "Maria Königin" (Böhmen, um 1600) entstand eine Wallfahrt in den Herzen der Gläubigen. Die Wallfahrtskirche im Kapuzinerkloster stärkte dieses Vertrauen, "dort daheim zu sein", wo echter Glaube, frohe Familiengemeinschaft, offenes Vertrauen herrschen.

 

 

Die heiligen vierzehn Nothelfer wurden schon im Mittelalter angerufen und verehrt. In ihren Legenden baten Dionysius, Blasius, Dorothea und andere vor ihrem Tod um die Gnade der Fürbitte und erhielten die Verheißung, bei Anrufung hilfreich vermitteln zu dürfen.

 

Die Heiligenverehrung gewann vor allem im von der Pest bedrohten 13./14. Jahrhundert stark an Bedeutung. Den einzelnen Heiligen wurden Aufgabenbereiche zugewiesen. So wird z.B. Florian, der als Märtyrer ertränkt wurde, angerufen bei Feuersbrunst, doch er wurde auch zum Patron der Bierbrauer, Fassbinder und Schornsteinfeger. Die menschliche Ohnmacht gegen die Schicksalsschläge und Katastrophen der Zeit wurde mit Hilfe der Nothelfer ertragen und bekämpft. In der Not einen Heiligen anrufen half im Volk viel, in der Not viele Heilige anrufen half mehr. 

 

Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen (Frankenland) 1774

Altarbereich der Basilika Vierzehnheiligen 

1377 ordnete der Regensburger Bischof Konrad von Haimburg die Verehrung der hl. Barbara an, und zwar zugleich mit der hl. Katharina und der hl. Margareta. Der Volksmund schmiedete sich dazu den Merkvers: Margareth mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sein die heiligen drei heiligen Madln.

Auch in Schlesien war die Anrufung der Nothelfer sehr verbreitet, mit den Flüchtlingen nach dem 2. Weltkrieg kam der Brauch erneut nach Deutschland.

 

Durch eine Vision wurde der Kult um die vierzehn Nothelfer volkstümlich: dem Klosterschäfer Hermann Leicht (Oberfranken 1445) seien vierzehn Gestalten erschienen, die sich als Nothelfer zu erkennen gaben und die Errichtung einer Kapelle am Ort ihrer Erscheinung forderten.
1774 erbaute Balthasar Neumann die vielbesuchte Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen.

 


An vielen Orten wurden auch andere Heilige den Nothelfern beigezählt,
z.B. in unserer Kapuzinerkirche Neumarkt der hl. Franziskus;  
die Kirche wurde laut Dekret im Archiv 1621 den "15 Nothelfern" geweiht. 

 

 

 

"Zuständigkeit"  und Geschichte der Heiligen:



Nothelfer, -in

Zuständigkeit

Anmerkungen

1

Achátius

Helfer bei Todesangst

Anführer der zehntausend Märtyrer, die unter Kaiser Hadrian (117-138 n.Chr.) auf dem Berg Ararat wegen ihres Glaubens gekreuzigt wurden.

2

Ägídius

Helfer bei der Beichte und der stillenden Mütter

Der einzige Nichtmärtyrer
Gründer des Benediktinerklosters St. Äegidius (frz. Saint Gilles) in der Provence

3

Barbara

Patronin der Sterbenden, Helferin gegen Blitz- und Feuersgefahr, Schutzpatronin der Bergleute, Architekten, Gießer, Geologen, Artilleristen und Feuerwerker

Der Legende nach grausam misshandelt und vom eigenen Vater enthauptet

4

Blasius

Helfer bei Halsleiden

Bischof von Sebaste (Armenien, heute Sivas/Türkei), † um 316.

5

Christóphorus

Christusträger, Helfer gegen plötzlichen Tod

452 n.Chr. wurde nach ihm in Chalkedon eine Kirche benannt. Häufiges Motiv in der Kirchenmalerei.

6

Cyríacus

Helfer in der Todesstunde gegen Anfechtungen

Diakon, † um 309 als Märtyrer während der Christenverfolgung in Rom.

7

Dionysius

Helfer bei Kopfschmerzen

Kam im 3. Jhd. von Rom als Missionar nach Gallien. Der römischen Gouverneur ordnete seine Enthauptung an. 626 erbaute der fränkische König Dagobert I. eine nach ihm benannte Abtei mit der Kathedrale Saint-Denis, die den frz. Königen als Grabstätte diente.

8

Erasmus

Helfer bei Leibschmerzen

Überlebte seine erste Marterung unter Diokletian, verließ seine Diözese und wirkte in Kampanien, † um 305 in Formia (Kampanien).

9

Eustáchius

Helfer bei schwierigen Lebenslagen

Heermeister unter Kaiser Trajan (53-117 n. Chr.), um 120/ 130 unter Kaiser Hadrian aufgrund seines Glaubens hingerichtet.

10

Georg

Helfer bei Krankheiten der Haustiere

Römischer Offizier, der als christl. Märtyrer im frühen 4. Jhd. enthauptet wurde. Ein Überlieferungszweig versteht ihn als Drachenkämpfer.

11

Katharina

Helferin bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten

Kernstück der griechischen Urfassung der Katharina-Legende ist das Martyrium unter Kaiser Maxentius im Anschluss an einen theologischen Disput. Da das Rad zerbrach, auf dem sie gerädert werden sollte, wurde sie mit dem Schwert enthauptet.

12

Margareta

Patronin der Gebärenden

Um 305 n. Chr. unter Diokletian enthauptet. In der Kirchenmalerei oft mit einem Drachen als Symbol des Teufels, den sie überwunden hat, dargestellt.

13

Pantàleon

Patron der Ärzte

Arzt Kaiser Maximians, † um 305 n. Chr. während der Christenverfolgung Diokletians hingerichtet.

14

Vitus (Veit)

Helfer bei Geisteskrankheiten, Epilepsie

† als christl. Märtyrer um 305 n. Chr. 1355 wurde sein Haupt in den Veitsdom (Prag) überführt.





Georg der Drachentöter