Zwei Glaubenswochen
und 23 Jahre Ikonenwochen in Gschnon

 
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In Gschnon:

04.07. - 10.07.2010
Bildung & Erholung

01.08. – 07.08.2010 

1. Glaubenswoche

08.08. – 13.08.2010 

2. Glaubenswoche

15.08. – 20.08.2010 

1.  Ikonenwoche

22.08. – 27.08.2010 

2.  Ikonenwoche

 

Die zwei Glaubenswochen (Termin siehe linke Spalte) hält Sr. Luise Weidacher schon seit vielen Jahren. An jedem Tag ist morgens und abends eine spirituelle Einheit vorgesehen - zu Fragen des Lebens und des Glaubens. Kreative Beschäftigung und viel in der freien Natur. Viel ergibt sich jeweils aus der Situation und Erwartung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auskunft im Kloster Neumarkt, Sr. Luise oder Br. Bernhard Tel. 0471 812214   oder neumarkt@kapuziner.org.

 

    

                      Klösterchen nach Norden                                                             Gschnon: 14 Zellen im Gang, alles aus Holz



Zwei Ikonenwochen

Seit 1987 (!) gibt es in Gschnon die Ikonenwochen. Zuerst hat Br. Bernhard Frei die Wochen geleitet, wobei die Freude und die Überzeugung wichtiger waren als das technische Können. Die Ikonenwochen waren immer ausgelastet, auch heute noch, ohne viel Propaganda. Der Termin für die zwei Wochen fällt immer in die Mitte des Monats August (Termin siehe linke Spalte).

Seit 2001 leitet Professor Hubert Piccolruaz (Schlanders) das Malen der Ikonen. Br. Bernhard übernimmt die spirituelle Einführung. Dies ist für gar manche von den Ikonenfreunden zu einer jährlich schönen Sache geworden. Wünschenswert bleibt, dass jeweils die Hälfte der Mitwirkenden Neulinge sind – sie lernen von den Erfahrenen.

Zum Wesen der Ikonen gehört die Einführung in die Welt der ostkirchlichen Liturgie.  Jeden Tag sind eine Betrachtung und ein Gottesdienst geplant. Die Ikone ist das Kultbild der Ostkirche und wie das Wort Gottes die höchste Form der Gegenwart Gottes, den Sakramenten gleich. Das Malen einer Ikone verläuft immer in mehreren Phasen:


                                                      Tausend Schritte zum Entstehen einer Ikone

  • Das Bereiten des ausgesuchten Brettes mit 3 Leimschichten, einem Stoffüberzug
    und mindestens 7 Anstrichen mit einem Kreide/Leimgemisch.
  • Das Aussuchen der Vorlage, das Abnehmen der Zeichnung und das Auftragen auf das Brett.
  • Die Zeichnung wird dann geritzt und bleibt auch in der fertigen Ikone sichtbar.
  • Die Vergoldung von Heiligenschein und anderen Partien mit echtem Blattgold.
  • Das Auftragen der Grundfarben. Diese werden aus fein zermahlenen Steinen oder Mineralien und der Emulsion Eigelb und Wasser jedes Mal eigens hergestellt. Diese Ei-Tempera ist uralt und wurde im Westen von der Ölmalerei abgelöst (gegen Ende des 15. Jahrhunderts, in Italien 1475). Die Farben decken nicht, also muss man wenigstens 3mal malen, bis die Grundfarbe steht.
  • Dann erfolgen die Aufhellungen, zuerst der Berge, Häuser, Gewänder und schließlich des Inkarnates (der Hautpartien). Dies ist eigentlich der wichtigste Teil der Malerei, von ihm hängt die Wirkung des Bildes ab. Dieses Malen vom Dunkeln zum Hellen, zum Licht hat auch eine übertragene Bedeutung für das Glaubensleben.
  • Besonders Mund und Augen sind beim Anfänger gefürchtet - wer aber öfters gemalt hat, freut sich besonders auf den Augenblick der Augen, dann schaut Dich die Ikone an, wunderbar!
  • Vor der Fertigstellung gibt es noch viele Details zu meistern, von den „belebenden Strichlein“ bis zu den Schriften.
  • Die fertige Ikone wird dann meistens mit Leinöl (Bad von 12 Stunden), Schellack oder mit anderen Materialien  behandelt, damit die Farben mehr zum Leuchten kommen und auch als Schutz gegen falsches Anfassen.
  • Die Ikonenweihe ist immer ein feierlicher Gottesdienst und die Freude ist groß.

      


Die Anfänger müssen sich immer mit Geduld und Fleiß zum ersten Bild durchkämpfen; die Erfahrenen sprechen schon von zukünftigen Bildern, von Materialien und guten Vorlagen. Einerseits braucht es zum Ikonenmalen eine gewisse Fertigkeit und Ausdauer und Fleiß, zum anderen wird einem durch die Ikone eine große Ruhe vermittelt, mit Konzentration und einer frohen religiösen Grundstimmung.

Gschnon ist ein idealer Ort zum Malen, zur Besinnung, zur Meditation. So sind diese Wochen ein Geheimtyp für jene, die Stille und Besinnung suchen und die Ostkirche mit ihrer Kunst schätzen, die etwas Kreatives unternehmen möchten (zum Ikonenmalen braucht es vor allem Fleiß und Ausdauer, sowie natürlich ein gewisses künstlerisches Geschick). Wir haben Pläne für die Zukunft: den Aspekt ostkirchliche Liturgie und Musik sowie die Spiritualität des Jesusgebetes auszuweiten.


Info und Anmeldung: Br. Bernhard Frei, Tel. 0471 812214 oder bernhard.frei@kapuziner.org