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Mit Einsatz und Hingabe widmeten sie sich dem Gebet
und der Meditation, der Predigttätigkeit, dem Beichtdienst
und der Pflege des sakramentalen Lebens. Durch ihre einfache
Lebensweise, durch regelmäßige Aushilfen und jährliche
Sammlungen (Hausbesuche), durch Pflege barocker
Frömmigkeit und durch karitativen Einsatz waren sie im
ganzen Volk sehr beliebt.
So trugen sie mit anderen Orden (Franziskanern, Jesuiten) im
17. und 18. Jahrhundert wesentlich bei
zum Gelingen der
inneren Reform der Kirche.
Nach den Franzosenkriegen (1809) und den verschiedenen
Wellen des Kulturkampfes und der Säkularisierung im 18./19.
Jahrhundert erlebten die Kapuziner im gesamten deutschen
Sprachraum eine neue Blütezeit, die bis in die letzten
Jahrzehnte dauerte.

Gerhard Lechner Paul Hofer Eugen Demetz
Kurt Egger
Heute sind Kirche und Gesellschaft anders geworden, damit
auch Ordensleben und Seelsorge. Die Brüder Kapuziner der
Zukunft können nicht mehr unbedacht „die Pater“ von
ehedem sein, sondern in ganz Europa und Nordamerika
orientieren sie sich neu vor allem an franziskanischer
Brüderlichkeit und Spiritualität.
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In bescheidener Einfachheit und anspruchsloser Armut
gehen sie heute wie ehedem ihren Arbeiten nach.
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Erscheinungsbild und Lebensform der Kapuziner waren in
der Vergangenheit stark durch die Observanz geprägt,
d.h. durch Treue zur Tradition, Strenge im äußeren
Lebensstil, subjektive Frömmigkeit, Eifer für die
Seelsorge.
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Aus dieser überkommenen Position heraus gilt es
heute, den Übergang in eine offene Gesellschaft zu
gestalten.
Es ist von der Ordensleitung aus gewünscht und in den
meisten Sprachen selbstverständlich, dass wir uns heute
„Brüder“ nennen – das Festhalten vieler Kapuziner und
Kapuzinerfreunde an der Bezeichnung „Pater“ drückt aber aus,
dass auch innerhalb der Brüderschar solche Entwicklungen
nicht ohne Konflikte vor sich gehen. Auf Weltebene gibt es seit Jahren insgesamt an die
11.000 Kapuziner in 1650 Niederlassungen ("Klöstern").
Über 1000 Brüder davon sind junge Postulanten und
Novizen,
über 1500 sind junge Brüder mit dem ersten Versprechen
der zeitlichen Profess.
In letzter Zeit ist auch bei uns im deutschen Sprachraum
wieder ein neues Interesse erwacht,
das im gemeinsamen Noviziat in Salzburg erste Früchte
zeitigt.
In Südtirol sind wir 50 Kapuziner in fünf Klöstern und auf
Einzelposten.
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